Der Adler ist gelandet, fliegt weiter

MühlenwegMuseum – Literatur-Raum: Von den Manuskripten bis zum mongolischen Image (Foto Claudia Knupfer, Konstanz)

Am 22. Juni 2012, also vorgestern, wurde in Allensbach das Mühlenweg Museum eröffnet. Mehr als 200 zum Teil von weit her angereiste Gäste erlebten eine heitere Feier und am Samstag einen Tag der offenen Tür. Die Führungen durch die sechs Räume des Museums im Bahnhofsgebäude waren, vorsichtig gesagt: überaus gut besucht…

Mir wurde da besonders leicht ums Herz, denn hier kam etwas zu einem Ende, das damit begonnen hatte, dass in Allensbach etwas zu wörtlich verstanden wurde. 2006 hatte ich die Allensbacher Ausstellung mit Gemälden von Fritz und Elisabeth Mühlenweg mit einer Rede in der rhetorischen Figur eines Gangs durch ein noch nicht existierendes Mühlenweg-Museum eröffnet.

Ehrlich, ich hatte es nicht ernst meinen können, weil ich soviel überschüssige Hoffnung dann doch nicht wagte. Aber Sabine Schürnbrand vom Kultur- und Touristik-Büro nahm meinen Vorschlag auf, überzeugte ihren Bürgermeister und 2008 wurde ich gefragt, ob ich die Konzeption des Museums übernehmen würde.

Es gibt Fragen, die kann man nicht abschlägig beantworten, nur weil man sich etwas nicht zutraut. Zwei Räume im engen Heimatmuseum waren vorgesehen. Kein gutes Ambiente für einen Autor solcher Weltoffenheit. Glücklicherweise wurden im Sommer 2009 Räume im alten Bahnhof frei. Ich machte ein Konzept, von dem die Gestalterin später behauptete, es hätte einen Louvre füllen können. Die Allensbacher haben mich dann downgesized, ein herber und hilfreicher Prozess. Um die Jahreswende 2011/12 wurden die Räume renoviert. Dass bis zum Juni nun alles, oder fast alles, fertig wurde, gehört zu den Wundern dieser Welt.

Mit dieser Rede am 22. Juni versuchte ich die Hintergründe des Wunders zu beleuchten. (Für alle, die nicht dabei waren:)

 

„Der Adler ist gelandet“ 

Meine Damen und Herren, Freundinnen und Freunde des Autors, liebe Familie Mühlenweg,

mit diesen Worten, die einst ein Astronaut kurz vor seinem ersten Schritt auf den Mond gesprochen hat, ist die Gefühlslage dieses Tags wohl am besten umschrieben. Eine Erleichterung, eine überirdische. Der Satz kommt noch aus dem Jahrzehnt, in dem Fritz Mühlenweg gestorben ist, jener Mann, der einem kleinen Mädchen namens „Nuni“ eigens hilfreiche Nachtgestirne vom Firmament geschickt hat, damit es wieder nach Hause finden konnte. Dass Heimwege gelingen können, nach den Ängstigungen der Weglosigkeit: das gehörte zu seinem Erfahrungswissen. Die Mühlenweg-Leser unter Ihnen werden es verstehen können: Auch beim Gang durch die Alltagswüste dieser Museumsentwicklung ist öfter das Mantra aus Ergebenheit und Zuversicht aufgesagt worden: „Es gibt keine Hilfe“ – „Keine Besorgnis deswegen.“

„Der Adler ist gelandet“: Das passt. Die Eröffnung eines Museums bietet die Schwelle, an der man die Mühen der Planung, den öfter verschobenen Start, den von allerlei Meteoriten-Schlägen begleiteten Flug so langsam vergessen kann. Was haben wir Raketenstufen verglühen sehen, Ideen, Stoff, Architekturdetails, die uns eine Zeit lang Schub gespendet hatten, die wir aber hinter uns lassen mussten, damit der Weiterflug gelingen konnte. Wer die Konstruktion von Erinnerung ernst nimmt, muss sich von Ballast lösen können.

Noch beim Landeanflug kam es zu kleinen Wundern… Landeanflug? Gemeint sind die heiteren Chaostage, als es um die Feinanpassung der Texte in knappen Räumen ging. Claudia Gnädinger musste ja irgendwie noch meine ca. 150.000 Buchstaben über Leben, Werk und Epoche sowie die paarhundert Fotos und Exponate gestaltend verteilen, in ihrer Kunstlandschaft aus Bildschirmen, Vitrinen und den Lesezeichen an der Wand. Und welches Erlebnis dann, als uns Freddy Overlack, der Meisterschreiner aus Radolfzell, – nebenbei: ein Mühlenwegfan –, in den frisch renovierten Räumen noch schöne und praktikable Lösungen vorschlug. Auch jene geschrägte Wandvitrine im „Asienraum“, die Ihnen anschaulich machen soll, wie Mühlenweg von Kamelmännern durch Zuhören und Nachfragen Mongolisch lernte…

…denn das ist ja der Wunsch, der hinter diesem Angebot namens Museum steht: dass beim genaueren Anschauen eines beleuchteten Steigbügels, einer handgeschrieben Wörterliste, beim Lesen einer Seite des Expeditionstagebuchs, aus dem Puzzle sich die Ahnung eines Gesamtbildes fügt – eine Ahnung davon: welche Beharrlichkeit, welche vorurteilslose Neugier dieser Mann vom Bodensee erst entwickeln musste, dieser Aussteiger aus einem wirtschaftlich gebeutelten Europa, dieser zu rascher Flucht bereite Körpermensch…

…  bis der westliche, der abgleichende Blick dieses Fritz Mühlenweg eine neue Art des Sehens lernte und er selbst empfänglicher wurde: bis hin zu jener „Bereitschaft des Herzens“, die seiner literarischen Kulturvermittlung später den Grund gab. Er hatte in der Wüste unter Schweiß, Kälte, Langeweile, Glück, Neugier und Staunen etwas erfahren, das hielt sich nach seiner Rückkehr als Sehnsuchtsbezirk, das wollte er sichern.

 

 All Age

Die Gestaltung seiner neuen Sehweise suchte er als Maler, aber erst als Schriftsteller fand er zu jenem Stil aus humorvoller Leichtigkeit, leiser Spannung, Schlichtheit und Ernst, der ihn unverwechselbar macht. Unter kräftig anschwellendem Lebenslärm von sieben Kindern, ohne literarische Theorien und Lautsprecherei, auch ohne die Pfauentänze des Literaturbetriebs, hat er sich von seinem Haus in Allensbach aus an einen Brückenbau gemacht.

Dieses enge, immer gastfreundliche Haus hat nun einen eigenen Museumsraum bekommen, erinnert mit dem wuchtigen Schreibmöbel an die Umtriebigkeit, in der das Künstlerpaar Mühlenweg eine gemeinsame Produktivität entwickelte; lässt auch die Enge spüren, die sich Fritz Mühlenweg weit machen konnte im Schreiben seiner Fantasiereisen, hin zur inneren Landschaft seiner Mongolei. Er fasste sie in einer Erzählweise, die das Zuhören seiner eigenen Kinder miteinbezog. „All-Age“, für alle Altersstufen, nennen wir solche Kunst der literarischen Kommunikation, sie ist unprätentiös und sie bleibt ihren Lesern noch nach Jahrzehnten.

 

Ein Roman, nach 60 Jahren

„I will be happy to write you about my fitfy-five-year-long love affair with Big Tiger and Christian“.

Vor kurzem erreichte uns dieser Satz in der Mail eines Landkarten-Spezialisten aus North Carolina. Seit mehr als einem halben Jahrhundert ist Denis Wood die amerikanische Mühlenweg-Ausgabe ein Lieblingsbuch. Einer seiner Studenten, Brad Houk, schickte uns sogar seine umfangreiche Magisterarbeit im Fach Geographie („Big Ger and Little Brad: Their Adventures in China“), über die Abenteuer auf der Strecke von Peking in Richtung Urumtschi. Er war begeistert von „Big Tiger and Christian“ mit einem Freund per Fahrrad losgefahren..

Die Strahlkraft seines Romans könnte noch an vielen Beispielen gezeigt werden. Neulich verabschiedete sich die Mongolistik-Professorin Veronika Veit in der Rede bei ihrer Emeritierung in Bonn mit einem Zitat von Fritz Mühlenweg – denn durch seinen Roman war sie einst zum Thema ihres Lebens gekommen. Und wer in den letzten Wochen Brigitte Kramers Film über Ulrike Ottinger gesehen hat, weiß aus der Episode, die im Mühlenweg-Haus in Allensbach gedreht wurde, wie entscheidend sein Roman und eine frühe Begegnung mit dem weitgereisten Autor für die Heranwachsende geworden war.

 

 Ein Allensbacher Ruhmesblatt

Dass diese Allensbacher Raumstation einem Werk gilt, das seinen Flug in mehr als einem Kontinent noch fortsetzt, war beim Museumsmachen mit die stärkste Motivation. Dieser Adler fliegt noch weiter. Er hat nun aber eine feste Basis, in Allensbach, einem besonders freundlichen Himmelskörper.

Was nun folgen muss ist der Lobpreis auf Allensbach. – Ich brauche da nichts erfinden. In dem sozialen Experiment unterm Arbeitstitel „Jeder von uns macht zum ersten Mal ein Museum, aber keiner soll‘s merken“, zu dem mich die Gemeinde hier vor Ort lockte, hat mich besonders dieser hervorragend moderierte politische Prozess beeindruckt: wie die Verantwortlichen im Gemeinderat unter ebenso entschiedener wie geduldiger Befürwortung ihres Bürgermeisters Helmut Kennerknecht zum Beschluss kamen: Ja, so viel ist es uns wert, dieser Mühlenweg ist einer, auf den wir stolz sein können, der taugt mit seinen Brüchen, seiner Eigeninitiative, den kühnen Richtungswechseln und der Beharrlichkeit seiner Anstrengung als ein Vorbild. Ein Gehäuse für ein Lebenswerk, von dem auch weiterhin wünschbare Weltsichten ausgehen. In Marbach ließ sich der Leiter der literarischen Gedenkstätten Baden-Württembergs, Jochen Schmidt, von der Initiative der Gemeinde Allensbach für einen Autor, der bislang vom offiziösen Kanon vergessen worden war, überzeugen: Das Mühlenweg Museum wurde ins Marbacher Förderprogramm aufgenommen, zu dem auch die Museen für Johann Peter Hebel in Hausen, Hermann Hesse in Gaienhofen, Wieland in Biberach und Jünger in Wilflingen gehört.

Sie haben nun mit einem stabilen Ort für die Erinnerung einen Gegenpol zum rasanten Gemenge der Instabilitäten unserer Jahre eingerichtet. Mühlenweg wird nicht in die Cloud ausgelagert, nicht einfach in Servern abgelegt. Einiges Wichtige über ihn bleibt in gesicherter Form zugänglich, hier in Allensbach und an 5 Tagen der Woche, im Real Life.

 

Noch einmal: Schreibhandwerk zu Zeiten des Papiers

Im Übergang zwischen zwei Räumen haben wir dies zu einem ganz harmlos aussehenden Thema gemacht: Dort wird gezeigt, beginnend mit Mühlenwegs allererster Romanseite, handgeschrieben, vielfach verändert, sowie über zwei weitere Manuskriptstufen und Lektoratsbriefe bis hin zum gedruckten Buch – noch einmal  wird gezeigt, wie Schreibhandwerk und Literatur in den Zeiten des Papiers und der gefestigten Verlage möglich wurden. Wer von uns über 40 ist, für den war‘s das einzig Vorstellbare.

All das werden in Kürze aber Museumsbesucher sehen, denen unsere digitalen Aufschreibesysteme die Mühen der Handschrift komplett abgenommen haben, die ihre Korrekturversionen nicht mehr sichern und überliefern, und die ihre Texte auch ohne die Hilfe von Verlagslektoren selbst publizieren können.

 

 Wohlwollen von weit her

Ich komme sehr langsam zum Schluss. Es braucht noch eine kleine Tour, auf der deutlich wird, welches Wohlwollen von Außen dieses Werk ermöglicht hat und welche neuen Fäden Allensbach nun mit einer größeren Welt verbinden.

Aus Stockholm, von der Sven Hedin Foundation, kam die Erlaubnis, dass wir im Museum den Expeditionsfilm zeigen dürfen. Sie werden, Willy Meyer sei Dank, Ausschnitte auf den Bildschirmen des Asien-Raums sehen, auch: wie effektvoll der Filmemacher Paul Lieberenz  1927 die Mühen und Freuden der Expedition inszenierte. Sie werden sehen, dass er den immer auch zu Jux aufgelegten jungen Mühlenweg dazu brachte, nur für die Kamera mit seinen Skiern eine Abfahrt auf Sanddünen der Gobi zu mimen.

Lieberenz hat einen der letzten Stummfilme gemacht, und wie vielsagend ästhetisch schöne Bilder dann doch noch werden könnten, sei an diesem einen Beispiel angedeutet: Neben Mühlenweg werden Sie einen Mann in Lederhosen sehen, der den Jux auf den Skiern mitgemacht hat. Das war Franz Josef Walz, einer der höchstdekorierten Kampfflieger im 1. Weltkrieg, im Privatleben ein hurmorvoller Bayer. Mit ihm hat Mühlenweg zwei Jahre nach der Expedition noch Auswanderungspläne geschmiedet, beide wollten weg aus Deutschland. Ein sensibler Pfundskerl, den die Mühlenweg-Kinder umschwärmten, als er sich 1941 eine Woche lang im Allensbacher Haus erholte – kurz bevor er in Hitlers Armee zum Generalleutnant befördert wurde.

Soviel zu: Stockholm und Allensbach.

Fäden gibt es auch von Mannheim her: Ich suchte ein Foto von der Verleihung des ersten Deutschen Jugendbuchpreises, Mühlenweg nahm 1956 als Übersetzer des amerikanischen Bestsellers „Der glückliche Löwe“ die Auszeichnung in der Sparte Kinderbuch entgegen. Der jungen Bundesrepublik war der Preis so wichtig, dass Bundespräsident Heuss anreiste. Vom hilfreichen Stadtarchiv Mannheim bekam ich eine Fotoserie übermittelt, nicht nur mit den strahlenden Herren Heuss und Mühlenweg beim Handschlag … – da war auch ein ganz unerwartetes Bild, auf dem geht eine inzwischen weltbekannte Frau auf den Papa Heuss zu: trotz Hut unschwer zu erkennen als Astrid Lindgren. Für „Mio mein Mio“ bekam sie damals einen Ehrenpreis. Ja doch, das Foto mit Lindgren ist auch in unserer Vitrine, neben der Speisekarte jenes Abendessens, auf dem Sie nachlesen können, was im kleinen Kreis mit dem Bundespräsidenten geschmaust wurde.

Im Raum daneben, unterm wandfüllenden Foto jener Konstanzer Drogerie, von der sich Mühlenweg in die Gobi absetzte, können Sie in zwei dicken Bänden eines Drogistenhandbuchs blättern: beim Verfasser dieses Werks hatte Mühlenweg 1921 an der Braunschweiger Drogistenakademie gelernt. Wer die Seiten wendet, kann ahnen, mit welchem naturwissenschaftlichen Feinblick dieser Drogist in die asiatische Steppe und Wüstenwelt kam. Auch in diesem Buch haben wir dann, wie an manchen Orten des Museums, Sächelchen versteckt, geduldige Betrachterinnen werden sie finden. In diesem Fall einen Mühlenweg-Brief, den das Stadtarchiv Braunschweig bewahrt hat: ein hocherfreuter Allensbacher Autor bedankt sich darin für die Nachricht, dass Braunschweig ihn mit dem Friedrich-Gerstäcker-Preis auszeichnen wollte.

 Mühlenweg nach 2000

Allensbach hat nun ein feine Station, sie kreist auf einer Satellitenbahn von Museen, die ihre sorgsam ausgewählten Fäden für die Textur öffentlicher Erinnerung beisteuern.

In einem noch nicht recht vorstellbaren Ausmaß kann die Station eine Zukunftsinvestition sein. Denn gerade erst beginnen Menschen in der Mongolei und in China sich für Mühlenwegs Bücher zu interessieren, finden in ihnen die dichterisch genauen Bilder einer früheren Zeit, finden eine Fantasiesprache, die noch in ganz anderen Kulturen verstanden wird.

Aus Ulaanbaatar bekamen wir für das Thema „Mühlenweg nach 2000“ den Scan einer Zeitungsseite vom 12. Mai 2012. Der Bericht über ein Kinderferiendorf, ein Foto zeigt, wie ein Saal voller Kinder auf ein hochgehaltenes Buch schaut: Die mongolische Ausgabe von Fritz und Elisabeth Mühlenwegs letztem Kinderbuch „Der Familienausflug“.

Allensbach-Ulaanbaatar also. Für den Herbst haben sich Besucher von dort angesagt.

Vom Familienarchiv zum öffentlich zugänglichen Fundus

Die ganze Station aber wäre nicht einmal ins Stadium schöner Träume gelangt, wenn nicht hier in Allensbach über Jahrzehnte hinweg von den Kindern des Autors das künstlerische Erbe bewahrt und durch Suche sogar noch vermehrt worden wäre. Privatinitiative einer Familie mit Dankbarkeit, Geschichtsbewusstsein. Es waren Regina und Sabine Mühlenweg, die diesem Fundus Sorge trugen. Ich habe seit 1991 von ihrer Großzügigkeit profitiert, mit der sie mir Einsicht in Werke, Notizen und Briefe gewährten. Und als sich die Mühlenwegs vor fünf Jahren entschlossen, den Nachlass im Literaturarchiv des Landes Vorarlberg zu sichern und so einer professionellen Erschließung zugänglich zu machen, wurde Fritz Mühlenweg auch auf neue Weise im Netz sichtbar.

Dank ans Bregenzer Felder-Archiv

Bei Ihrem Rundgang im Museum, meine Damen und Herren, werden Sie an den sehr vielen Nachweisen sehen, in welchem Maß das Vorarlberger Felder-Archiv unser Museum begünstigt hat. Ich habe da persönlich meinem Freund Jürgen Thaler zu danken, der mit erheblicher Geduld meine Arbeit begeleitet hat und dann auch die Wünsche nach Exponaten erfüllte: Mühlenwegs Schreibmaschine, der hölzerne Diakasten mit den Glasdias für seine Vortragsreisen, die Faksimiles seiner Manuskripte und vieles andere. Von der Aufgeschlossenheit der Vorarlberger für einen tätigen Zusammenhang der Bodenseekultur, die sich sonst öfter in scheelsüchtig gehüteten Heimatmuseen isoliert, kann nur gelernt werden.

 Fußfall der Verehrung

Aber man übergibt ja selbst einem Felder-Archiv nicht alles. Auch für die Familie Mühlenweg gab es noch Preziosen, der sie mit besonderen Anhänglichkeiten verbunden blieben. Nun haben sie sich fürs Museum von einigen Lieblingsstücken getrennt. Valerie Arias muss in Zürich mit der Lücke zurecht kommen, die der Schreibschrank ihrer Großeltern hinterlassen hat. Ihr Vater Christian Osterwalder spendete das Widmungsexemplar dees „Stiller“, in dem Max Frisch sich bei Mühlenweg mit launigen Worten bedankt.

Kornelia Mühlenweg brachte aus Ivry-sur-Seine einen getrockneten mongolischen Schafskäse – der ist nun unweit der mongolischen Essschale zu sehen, – das Gefäß kommt, wie auch das Originalbild „Pyramus und Thisbe“ von Anna Mühlenweg in Allensbach.

Die großzügige Auswahl unter kostbaren Dingen, die mir Sabine Mühlenweg in Singen ermöglichte, nebst vielerlei Auskünften und Hilfen, wären einen Fußfall der Verehrung wert. Es war für mich, ich gesteh’s, ein besonderer Moment, als ich dort erstmals ein Kinderbuch mit einem handschriftlichen Klebeschildchen des Elf-Zwölfjährigen Fritz sah. Der Titel: „Seereise wider Willen“.

Als er‘s las, konnte dieser Junge nicht ahnen, welch außerordentliche Reisen ihm gelingen würden.

Er hat was rausgekriegt und es uns zurückgelassen.

Allen Beifall für Fritz Mühlenweg!

 

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