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/// November, Franz Michael Felders Gedichte sind im Druck ...

Der 6. und letzte Band unserer Ausgabe mit Werken von Franz Michael Felder geht in Druck und erscheint Anfang Dezember: die umfangreichste Sammlung seiner Gedichte. Die Texte in Bregenzerwälder Mundart sind zweisprachig präsentiert: ins Hochdeutsche gebracht von Norbert Mayer.

Franz Michael Felder, Gedichte

/// Oktober, zum 98. Geburtstag ...

Ilse Helbich wird 98. Als sie 80 war, haben wir sie mit ihrem ersten Buch (»Schwalbenschrift«) als Autorin entdeckt. Zu ihren Ehren gibt es auf ORF 1 eine zweistündige Diagonal-Sendung.

Diagonal - zur Person - Ilse Helbich

/// September, ein Nachruf ...

Nach dem Tod von Hermann Kinder in der letzten Augustwoche erfragte Siegmund Kopitzki für die Konstanz-Seite des »Südkurier« ein Statement des Verlags; hier die ungekürzte Fassung: »Er war ein freundlicher Mensch, ein kluger Denker und ermunternder Lehrer. In der Aufbauphase der Universität war Kinders viel beachteter Aufstieg als Literat eine Freude: über angesehene Zürcher Verlage ins große deutschsprachige Feuilleton. – Besonders gern erinnere ich mich an das Fest im Gottlieber Bodman-Haus anlässlich unserer Buchvorstellung von »Himmelhohes Krähengeschrei«, seiner Erzählung vom nahen Jakobsweg.«

/// August, damals in Wien ...

»Der Sommer damals ist so heiß, wie sie keinen noch erlebt hat und keinen mehr erleben wird. Als sie den Steig nach der österreichischen Seite hinabgeht, allein, sieht sie in der Ferne vier, fünf Rauchsäulen graublau gegen den hitzefahlen Himmel steigen: Waldbrände. Noch in der Felszone überholen sie zwei lustige Holzknechte, von deren Rucksäcken tote Kreuzottern baumeln. Wegen der Schlangenplage sind Belohnungen für erschlagenen Ottern ausgesetzt, und die Burschen freuen sich auf das leicht verdiente Geld, das unten im Tal auf sie wartet. Dann ist sie wieder allein zwischen den Steinen.«

Ilse Helbich: Schwalbenschrift

/// New York im Sommer 1945...

»New York, Juli 1945: die Stadt schwitzt. Aus den Metroschächten sucht der stickige Dampf den Weg ins Faeie. Selbst der Teer auf den Straßen scheint zu schmelzen. Wenn sie sich unbeobachtet glauben, drehen spielende Kinder einen Wasserhydranten auf, um sich für eine kurze Zeit abzukühlen, bis das nächste Polizeiauto mit quietschenden Bremsen anhält und der Cop sie vertreibt. Wohl dem, der sich jetzt in einen Raum mit einer Klimaanlage retten kann. 1945 haben erst wenige Privilegierte die Möglichkeit, in angenehm temperierte Innenräume zu flüchten. Etwa ins Plaza am südlichen Ende des Central Park, an der Ecke zur Fifth Avenue, zur Pressekonferenz von Solomon R. Guggenheim.«

Sigrid Faltin: Die Baroness und das Guggenheim

/// Gefahren im Mai 1933 ...

(Freiburg, 16. 5. 1933:) »Hier wird es geradezu unerträglich. Linksstehende haben kein Recht und kein Eigentum mehr. Frau Sexauer muss aus dem Laden heraus, weil Nazi-Knies sich hineinsetzen will. Heute Abend spricht in der Festhalle Pastor Münchmeyer-Borkum, der wegen unsittlicher Angriffe auf seine weiblichen Gemeindeschäfchen bekanntlich vor Jahren geschmissen und zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt wurde, über das Thema: ›Welch eine Wendung durch Gottes Fügung!‹ Mit größtem Tamtam zeigen die Nazis diesen Edlen auf allen Litfassäulen an.«

Käthe Vordtriede: »Mir ist es noch wie ein Traum…«

/// April und eine Ermahnung:

Boris: Du rauchst zu viel.
Andrea: Ich mag das, wenn du dir Sorgen machst. Vielleicht rauche ich so viel, damit du dir Sorgen machst.

Yasmina Reza: Bella Figura

/// Nachdenken über den Zeemann-Effekt im hellen Frühling...

Er lief selbst bei hellster Frühlingssonne mit einem eher düsteren und traurigen Gesichtsausdruck durch die sich bunt schmückenden und immer stärker belebten Straßen von Kopenhagen. Eines Tages sprach ihn ein Kollege aus dem Institut darauf an, indem er fragte: ›Warum schauen Sie denn so deprimiert aus, Herr Pauli?‹ - ›Wollen Sie mir einmal sagen‹, kam die rasche Antwort, ›wie man es verhindern kann depressiv zu werden, wenn man über den anomalen Zeeman-Effkt nachdenkt?‹

Ernst Peter Fischer: Brücken zum Kosmos

/// Gefahren im Februar ...

Von der Sensation des zugefrorenen Sees hatte er nichts gehört, im Abendnebel übersah er den Uferstreifen. Nur Wasservögel begegneten ihm, bis er die Lichter eines Dorfes erblickte. Die Bauern drüben hielten die Ankunft des Reiters für ein Fest und luden ihn zu Tisch. Er blieb starr im Sattel sitzen, denn verstanden hat er bloß, dass der See bereits hinter ihm lag. Das Herz stand im still.

Arno Borst: Ritte über den Bodensee

 

 

 

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